16.08.2011, 10:23
HiHi zusammen
Ich hatte – vor Jahren, als Amano gerade kometenhaft aufstieg - von einem Japaner mal eine ausführlichere Erklärung bekommen: „Naturaquarien“ seien als eine Art Gegenentwurf Amanos gegen die traditionelle japanische Aquarien-Vorstellung gedacht gewesen.
Die Japaner lieb(t)en es, unter Wasser dörfliche Idyllen nachzubauen: Bunte keine Häuschen mit Gärten, Dorfstraßen, in der Mitte ein Shinto-Tempel oder eine geschwungene Pagode. Möglichst bunte Fische sind die Bewohner dieser künstlichen Unterwasserwelt.
Diese Art von Aquarien sind im Rahmen der Tradition durchaus als engagierte „Kunstform“ zu verstehen: da wird von Städtern in Details das Heimatdorf der Familie als Idealtypus nachempfunden. Dies Art der Aquaristik ist eine Form der nostalgischen Sehnsucht nach den Wurzeln der Familie, nach dem Idyll und der Freiheit des Landlebens. Es sind Orte einer idealisierten Erinnerung.
Ich stelle es mir in etwa so vor, wie wenn alm-entwurzelte Münchner die Zwiebeltürme, den Biergarten und den Heustadel der Oma aus Murnau oder Oberammergau unter Wasser rekonstruieren.
Gegen diese künstliche Welt der artifiziellen Einrichtung wandte sich Amano – zumindest ursprünglich - mit seinen „Naturaquarien“, in denen eben Pflanzen und Naturelemente wie Steine und Wurzeln den Aufbau dominieren.
Wir Europäer hatten aber wohl seit den Anfängen unserer Aquaristik schon immer diese Vorstellung, ein Aquarium sei „ein See im Glase“, ein Miniatur-Ausschnitt aus der Natur (Zeitschrift Gartenlaube Nr. 19, von 1856). Uns fehlt eben die vorhergegangene Tradtion der Oberammergau-Aquarien.
Deshalb stehen wir diesem Begriff „Naturaquarium“ erstmal etwas ratlos gegenüber. Und sehen einen Gegensatz zu „Gesellschafts-Aquarium“. Für Japaner wäre das wahrscheinlich erst mal gar kein elementarer Widerspruch.
Grüße,
Stefan
Ich hatte – vor Jahren, als Amano gerade kometenhaft aufstieg - von einem Japaner mal eine ausführlichere Erklärung bekommen: „Naturaquarien“ seien als eine Art Gegenentwurf Amanos gegen die traditionelle japanische Aquarien-Vorstellung gedacht gewesen.
Die Japaner lieb(t)en es, unter Wasser dörfliche Idyllen nachzubauen: Bunte keine Häuschen mit Gärten, Dorfstraßen, in der Mitte ein Shinto-Tempel oder eine geschwungene Pagode. Möglichst bunte Fische sind die Bewohner dieser künstlichen Unterwasserwelt.
Diese Art von Aquarien sind im Rahmen der Tradition durchaus als engagierte „Kunstform“ zu verstehen: da wird von Städtern in Details das Heimatdorf der Familie als Idealtypus nachempfunden. Dies Art der Aquaristik ist eine Form der nostalgischen Sehnsucht nach den Wurzeln der Familie, nach dem Idyll und der Freiheit des Landlebens. Es sind Orte einer idealisierten Erinnerung.
Ich stelle es mir in etwa so vor, wie wenn alm-entwurzelte Münchner die Zwiebeltürme, den Biergarten und den Heustadel der Oma aus Murnau oder Oberammergau unter Wasser rekonstruieren.
Gegen diese künstliche Welt der artifiziellen Einrichtung wandte sich Amano – zumindest ursprünglich - mit seinen „Naturaquarien“, in denen eben Pflanzen und Naturelemente wie Steine und Wurzeln den Aufbau dominieren.
Wir Europäer hatten aber wohl seit den Anfängen unserer Aquaristik schon immer diese Vorstellung, ein Aquarium sei „ein See im Glase“, ein Miniatur-Ausschnitt aus der Natur (Zeitschrift Gartenlaube Nr. 19, von 1856). Uns fehlt eben die vorhergegangene Tradtion der Oberammergau-Aquarien.
Deshalb stehen wir diesem Begriff „Naturaquarium“ erstmal etwas ratlos gegenüber. Und sehen einen Gegensatz zu „Gesellschafts-Aquarium“. Für Japaner wäre das wahrscheinlich erst mal gar kein elementarer Widerspruch.
Grüße,
Stefan

