06.08.2011, 09:56
Moin Martin,
ich bin zwar nicht Olaf, aber ich kann Dir zu meinem Werdegang etwas berichten.
Klar habe ich mich zu Beginn auch mit den Wasserwerten auseinander gesetzt. Gemessen, mich verunsichern lassen... wieder gemessen... u.s.w. Das ging vor Allem bei den Schnecken und Krebsen so. Man bekommt ja immer wieder solche Auskünfte wie: für Apfelschnecken muss das Wasser hart sein, damit ihre Häuser nicht kaputt gehen... Krebse ziehen Härtebildner aus dem Wasser... etc.
Nachdem ich mit der Messerei irgendwann total verwirrt war (nimm drei verschiedene Tests zu dem gleichen Parameter und Du bekommst 5 verschiedene Ergebnisse), habe ich mich halt mehr auf meine Beobachtungsgabe verlassen. Und siehe da, mein weiches Wasser war weder für die Schnecken noch für die Krebse ein Problem, solange ich die Tiere richtig ernährte. Sie können nämlich durchaus benötigte Härtebildner aus der Nahrung ziehen, was viele Leute einfach nicht wissen. Hier sind wir wieder bei dem Punkt, daß etwas im Internet verbreitet wird, was einfach nicht stimmt (hartes Wasser ist ein Muß oder aber Sepiaschalen, Eierschalen etc.) und ungefiltert weiter gegeben wird. Tatsache ist: stelle ich den Wirbellosen genügend Lebend- bzw. Frostfutter zur Verfügung, bekommen sie keinerlei Probleme mit dem Aufbau ihres Panzers bzw. den Häusern.
Das Gleiche gilt für Nitrit/Nitrat/Phosphat. Ein erstes Indiz, daß etwas mit dem Nitrit nicht stimmt, ist, wenn sich z.B. Turmdeckelschnecken plötzlich Richtung Oberfläche bewegen. Oder die Fische, lange, bevor sie japsend an der Oberfläche hängen, beginnen, merkwürdig zu zucken, als ob es juckt, sprunghaft vorschiessen, das immer nur ganz sporadisch. Mit anderen Worten: ich kenne meine Fische und ihr normales Verhalten. Sehe ich, daß sie sich anders verhalten als sonst, ohne auffällige Krankheitsanzeichen zu zeigen, ist der Ablauf immer gleich. Schlauch raus, Wasserwechsel machen, nachsehen, ob irgendwo etwas Totes im Becken liegt, was einen Nitritanstieg verursacht. Ursachenforschung!
Nitrat/Phosphatanstieg führt bei Fischen zu Juckreiz, weil es die Schleimhaut aufweicht (so wie bei uns Badewasser nach langer Zeit die Haut schrumpelig macht). Maßnahme? Wasserwechsel!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß, je mehr ich messe, umso mehr lege ich meinen Fokus auf die falschen Dinge. Wichtig für Aquarien ist, wie Olaf schon mehrfach betonte, der pH-Wert, evtl. die Leitfähigkeit (bei einigen Fischarten wie z.B. meine A. nesolepis) und die Temperatur (auch nicht bei allen, aber auch bei einigen Arten). Dazu eine ausreichende Hygiene, eine artgerechte Einrichtung und vernünftiges Futter. Dann spielen die Wasserwerte meist eine untergeordnete Rolle.
Selbst bei solchen empfindlichen Arten wie bei mir im Moment meine Sulawesi-Grundeln, bei denen ich sehr vorsichtig bin. Nachdem ich sie jetzt eine Weile in ihren angestammten Wasserwerten gehalten habe und mit Futter und "Entlausen" wieder fit gemacht habe, gewöhne ich sie langsam an mein Leitungswasser. Und, wie ich sehen kann, geht es ihnen damit gut.
Wabenschilderwels schrieb:Man kann nur von erfolgreichen bzw. langjährigen Aquarianern lernen, das denke ich ist klar. Ob man aber deshalb, nur weil man WW mißt, noch ein Anfänger ist? Vielleicht interessiert man sich nur dafür, was sich denn da nun so in seinem Becken tut. Was dann hinein interpretiert wird, ist ja eine andere Sache. Du schriebst ja selber, das du dich eine Zeitlang mit der Wasserchemie auseinander gesetzt hast bzw. na dran warst. Was auch immer das heißen sollte. Warst du da auch noch Anfänger oder schon Fortgeschrittener, oder zähltest du dich da schon zu den Erfahrenen?
ich bin zwar nicht Olaf, aber ich kann Dir zu meinem Werdegang etwas berichten.
Klar habe ich mich zu Beginn auch mit den Wasserwerten auseinander gesetzt. Gemessen, mich verunsichern lassen... wieder gemessen... u.s.w. Das ging vor Allem bei den Schnecken und Krebsen so. Man bekommt ja immer wieder solche Auskünfte wie: für Apfelschnecken muss das Wasser hart sein, damit ihre Häuser nicht kaputt gehen... Krebse ziehen Härtebildner aus dem Wasser... etc.
Nachdem ich mit der Messerei irgendwann total verwirrt war (nimm drei verschiedene Tests zu dem gleichen Parameter und Du bekommst 5 verschiedene Ergebnisse), habe ich mich halt mehr auf meine Beobachtungsgabe verlassen. Und siehe da, mein weiches Wasser war weder für die Schnecken noch für die Krebse ein Problem, solange ich die Tiere richtig ernährte. Sie können nämlich durchaus benötigte Härtebildner aus der Nahrung ziehen, was viele Leute einfach nicht wissen. Hier sind wir wieder bei dem Punkt, daß etwas im Internet verbreitet wird, was einfach nicht stimmt (hartes Wasser ist ein Muß oder aber Sepiaschalen, Eierschalen etc.) und ungefiltert weiter gegeben wird. Tatsache ist: stelle ich den Wirbellosen genügend Lebend- bzw. Frostfutter zur Verfügung, bekommen sie keinerlei Probleme mit dem Aufbau ihres Panzers bzw. den Häusern.
Das Gleiche gilt für Nitrit/Nitrat/Phosphat. Ein erstes Indiz, daß etwas mit dem Nitrit nicht stimmt, ist, wenn sich z.B. Turmdeckelschnecken plötzlich Richtung Oberfläche bewegen. Oder die Fische, lange, bevor sie japsend an der Oberfläche hängen, beginnen, merkwürdig zu zucken, als ob es juckt, sprunghaft vorschiessen, das immer nur ganz sporadisch. Mit anderen Worten: ich kenne meine Fische und ihr normales Verhalten. Sehe ich, daß sie sich anders verhalten als sonst, ohne auffällige Krankheitsanzeichen zu zeigen, ist der Ablauf immer gleich. Schlauch raus, Wasserwechsel machen, nachsehen, ob irgendwo etwas Totes im Becken liegt, was einen Nitritanstieg verursacht. Ursachenforschung!
Nitrat/Phosphatanstieg führt bei Fischen zu Juckreiz, weil es die Schleimhaut aufweicht (so wie bei uns Badewasser nach langer Zeit die Haut schrumpelig macht). Maßnahme? Wasserwechsel!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß, je mehr ich messe, umso mehr lege ich meinen Fokus auf die falschen Dinge. Wichtig für Aquarien ist, wie Olaf schon mehrfach betonte, der pH-Wert, evtl. die Leitfähigkeit (bei einigen Fischarten wie z.B. meine A. nesolepis) und die Temperatur (auch nicht bei allen, aber auch bei einigen Arten). Dazu eine ausreichende Hygiene, eine artgerechte Einrichtung und vernünftiges Futter. Dann spielen die Wasserwerte meist eine untergeordnete Rolle.
Selbst bei solchen empfindlichen Arten wie bei mir im Moment meine Sulawesi-Grundeln, bei denen ich sehr vorsichtig bin. Nachdem ich sie jetzt eine Weile in ihren angestammten Wasserwerten gehalten habe und mit Futter und "Entlausen" wieder fit gemacht habe, gewöhne ich sie langsam an mein Leitungswasser. Und, wie ich sehen kann, geht es ihnen damit gut.
