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Kescher Pflege mal anders oder Keimabtötende Wirkung durch NaCI (Salz)?!
#1
Hallo !
Ich stellte mir mal die Frage, ob man im Vorfeld bei der Hygiene der Aquarium Gerätschaften nicht etwas für die lebenden Bewohner eines Süßwasseraquarium tun kann - bezüglich Keimbelastung und Krankheitserreger. Es wird ja immer wieder über den Einsatz von Salz in Süßwasserbecken diskutiert. Einiges davon hat sicherlich seine Berechtigung und anderes wiederum nicht (Stichwort ‘‘Irrglauben und Halbwahrweiten‘‘). Die unterschiedlichsten Salzarten werden eingesetzt um Krankheiten zu bekämpfen und um das ‘‘Wohl der Fische‘‘ zu steigern, zur Düngung, zum Heben oder Senken des PH Wertes usw. Darauf möchte ich aber hier nicht weiter eingehen, da es zu Komplex werden würde. Also lege ich mich hier auf eine der vielen Salzformen fest - dem Speisesalz kurz NaCI. Dieses gibt es versetzt mit Jod (Iod), Fluoride und ohne alles. Ja ihr merkt, es ist etwas verwirrend und fragt euch sicherlich worauf will er denn nun hinaus, weil Speisesalz wird ja in der Regel zum würzen verwendet. Geduld, Geduld. Dazu komme aber ich gleich noch.
Worauf ich hinaus will ist folgendes:
Keime bzw. Krankheitserreger sind ja nichts anderes als Bakterien oder Lebewesen die Mikroskopisch klein (sehr klein) sind und für uns erst einmal nicht sichtbar sind. Zumindest solange, bis wir sie dann in Form von Krankheiten in unseren Aquarien wahrnehmen. Dann hat sich der Keim (die Keime) schon längst etabliert und wir haben das Problem im Becken. Hygiene heißt hier das Zauberwort! Wenn ich die Grundregeln der Aquaristik befolge habe ich schon einiges dafür getan. Es geht aber noch ein wenig mehr. Es gibt Desinfektionsmittel, die ich aber gar nicht oder nur bedingt einsetzen kann. Wie wir alle wissen, holen wir uns immer wieder neue Keime/Bakterien mit neuen Tieren und Pflanzen nach Hause. Ebenso verbreiten wir diese innerhalb unserer Aquarien durch Wartung und Umsetzarbeiten. Dazu benutzen wir meist nur ein und denselben Kescher, obwohl wir für jedes Becken einen haben sollten. Dort setzte ich nun an.
Ich habe irgendwo einmal gelesen, dass wenn man NaCI in Wasser löst, sich daraus eine keimabtötende Lösung herstellen lässt. Wieso sollte nun diese Salzlösung eine Keimabtötende Wirkung haben und vor allem wie funktioniert es? Zur Erklärung nehme ich mir hier die Natur als Vorbild - als Beispiel die Salzseen. In diesen Seen wächst und lebt meist nichts außer Halophile (d.h. "Salz liebende") oder Halotolerante (d.h. "Salz ertragende") Organismen. Warum? Ganz einfach, diese Organismen haben sich im Lauf der Evolution an das Leben in sehr hohen Salzkonzentrationen angepasst und für sich diese ökologische Nische entdeckt. Wenn nun diese Salzkonzentration (auch Salinität gennant) nun unter eine gewisse Schwelle (in Richtung Süßwasser) sinkt, stellen die Halophilen bzw. Halotoleranten Organismen ihr Wachstum ein oder sterben ab. Wenn ich, aus dieser Erkenntnis heraus resultierend, den Umkehrschluss ziehe, müssten die Krankheitskeime/Bakterien aus dem Süßwasserbereich abgetötet werden - wenn ich einen mit Keimen belasteten Kescher aus dem Süßwasserbereich in NaCI Lösung einlege.
Wie hoch muss nun die Lösung konzentriert sein bzw. werden um solch eine Wirkung zu erzielen? Hier nehme ich der Einfachheit halber mal die Methode der Salzbehandlung bei Fischkrankheiten auf. Dort wird als höchste Konzentration 15 – 20 Gramm je Liter Aquariumwasser, in einem separaten Becken (das auch nur für max. 15 Minuten) zur Fischbehandlung angeführt. Die NaCI Lösung darf in unserem Fall ruhig über diese Dosierung hinausgehen.
Nun ist es ja so, dass wir unsere Kescher im Regelfall nicht in einem Aquarium belassen und diese auch eher trocken gelagert werden, aber die Methode mit der Salzlösung ist als vorbeugende Maßnahme gedacht und zur eventuellen Keim - Bakterienprofilaxe in einem extra Behältnis durchaus zu empfehlen. Da also die Profilaxe Behandlung in einem externen Behältnis durchgeführt werden sollte, muss die Größe so bemessen sein das die/der Kescher darin eingelegt werden können. Die Behandlung sollte meiner Meinung nach 12 – 24 Std. dauern, um sicher zu gehen dass auch alle Keime abgetötet worden sind. Anschließend den Kescher mit klarem Wasser spülen und luftig zum trocknen aufhängen oder in ein Gefäß stellen. Wichtig hierbei ist, dass das Netz abtrocknen kann. Man könnte den Kescher auch in der Salzlösung belassen und wenn man ihn benötigt, aus dieser entnehmen um direkt damit im Becken zu arbeiten. Der Eintrag der durch die Salzlösung ins Aquarium erfolgt, ist dabei so minimal das man es vernachlässigen kann. Würde ich persönlich jedoch so nicht Händeln. So, nun wisst ihr wie ich meine Kescher pflege und wie pflegt ihr eure Kescher?
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#2
Hallo Martin,

vielen Dank für deine Ausführungen.
Ich denke, du hast hier eine einfache, aber auch wirksame Methode vorgestellt, die Gefahr der Verschleppung einiger (sicher nicht aller) potentiellen Krankheitserreger einzudämmen.
Kescherpflege dieser Art kam bei mir ehrlich gesagt bisher zu kurz.

Wenn ich nur eine gaaanz kleine (fast schon pingelige) Anmerkung machen darf.
Richtig korrekt heißt es NaCl und nicht NaCI... ok, manche sehen da jetzt sicher keinen Unterschied...also ich mein mit klein L, statt groß i... aber wenn dann soll's ja chemisch auch richtig sein... *duck und wech* schäm

Viele Grüße, Kati
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#3
kopfklatsch schiel He he, Kati komm du mir mal unter. hammer * Hinterher renn* lach
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#4
Hallo Martin,

mmmmmmmmmmmmmmmmm hää? hää? hää? . Ich muss gestehen das ich meinen Kescher unterhalb im Schrank des Beckens nur aufhänge und trocknen lasse. In einer Salzlösung den Kescher aufzubewahren wäre warscheinlich die bessere Wariante, BABER!!!!! Wer stellt sich schon zusätzlich einen Behälter hin mit einer Salzlösung?? Ich hätte dafür keinen Platz. Nur die, die eine größere Anlage haben zum Beispiel im Keller oder in einem gesonderten Raum, da wäre das schon möglich. Die Kescher haben so ein Material was sich nicht mehr vollsaugt und auch Salzfest ist. Spült man es ab ist auch die ganze Salzlage weg und man kann ihn unbedenklich im Becken benutzen. Danke für deine große Ausführung, regt zum nachdenken an.
Gruß Bernd
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#5
KatiG schrieb:Richtig korrekt heißt es nicht NaCI.
Hört sich ja auch so rechtsextrem an, Kati... cool

@ Martin
Geht aber bestimmt nur mit Synthetikkeschern oder gibts mittlerweile keine andern mehr? -ich hab noch welche-
Meine alten würden bestimmt vom Salz zerfressen werden..., nach 24 Stunden sleep
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#6
Hallo Bernd,

Das denke ich auch wenns noch die Alten sind, heute gibt es die nicht mehr. Wenn die dann trocknen und sie waren vorher in einer Salzlösung werden die garantiert weis auch wenn man sie ausspült.
Gruß Bernd
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#7
Danke, Martin. Ein guter Ansatz, mit Kochsalz zu desinfizieren. Billig und sehr effektiv!

Vielleicht zur Ergänzung: Zur Desinfektion von Ausrüstung wie Kescher, Laichkästen oder anderen Teilen, die man von einem Becken ins andere trägt oder halt gebraucht bekommt: Mach' ne stramme Kochsalzlösung, ruhig 80 – 100 Gramm pro Liter, und lege das Teil für 24 Stunden da rein. Das dürften nur die wenigsten Erreger überstehen.

Meine mikrobiologisch gebildetere Lady meinte: Die üblichen Krankheitserreger aus der Süßwasseraquaristik seien ihres Wissens allesamt nicht halophil.

Übrigens: Selbst einfaches Waschen in Seifenlösung (sehr viele „Keime“, Viren beispielsweise, haben Lipid-Hüllen) mit anschließendem Durchtrocknen ist durchaus effizient zur Abtötung.

Gruß
[FONT=&quot]Stefan [/FONT]
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#8
Hallo Stefan,
Prestutnik12 schrieb:Meine mikrobiologisch gebildetere Lady meinte: Die üblichen Krankheitserreger aus der Süßwasseraquaristik seien ihres Wissens allesamt nicht halophil.

schiel habe ich mich so unklar ausgedrückt? schreck War doch auf den Salzsee bezogen. Aber wo Sie recht hat, da hat sie recht top .

@common: Bernd, wie das nun mit Altlasten :biggrin: äh Beständen ausschaut, kann ich dir nicht sagen. Habe nur die neuen. Aber ich denke, in deinen Fall müßte die Dosierung, wenn denn, auch nicht sehr viel höher liegen als bei der Zierfischbehandlung. Und das für 12 Std., müßte dann eigentlich gehen. Aber was sag ich, kennst dich doch mit Chemischen Reaktionen bestens aus, gelle!? lach *duck und wech*

@zubizocker (Bernd): Es ist schön zu hören, das ich mit meinem kleinen Text zum nachdenken Anrege zwink . Bernd du hast sicherlich recht, das sich die Geschichte mit der Salzlake nur für mehrere Becken eignet.
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#9
Huhu

also das Salz als "Medizin" z.b. bei Ichtio Befall oder bei Kiemenwürmern verwendet wird, funktioniert nur weil die Fische auf die große Salzmengen mit Abschleimen reagieren und mit dem Schleim auch die Parasiten VON DER HAUT/KIEMEN los werden. Im Aquariumwasser werden diese damit NICHT abgetötet und "können" somit eigentlich "sofort" wieder an die Fische.

Ich halte die Idee mit Kescher zwischendurch im Salz baden für Quark. Kaliumpermanganat oder Wasserstoffperoxid Lösungen haben da sicher eine bessere Wirkung.

Ich habe hier ein Becken mit parasitenfreien Diskussen - wenn ich etwas aus dem "normalen" für dieses verwenden muss, kommt es vorher in einen Kochtopf wenn das Material die Temperatur aushält. Wenn nein, wird es in einer Formalin-Lösung gebadet. Aber eigentlich habe ich alles doppelt, damit ich es nicht zu oft "desinfizieren" muss.

Das tötet wirklich sogut wie alles schiel


Grüße Yury
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#10
HEYA Martin, da hab ich mich wohl schräg ausgedrückt: Das „meine mikrobiologisch gebildetere Lady“ bezog sich als Vergleich nicht auf Dich oder Deine Feststellungen, sondern ganz egozentrisch auf mich! (So bin ich halt... cool )

Wenn Du schon ne morgenmuntere Mikrobiologin beim Frühstück sitzen hast, dann fragste zur Sicherheit halt noch mal nach. Es ging einfach darum, ob Krankheitserreger, die im Süsswasser beheimatet sind, eine desinfizierende Salzkur überstehen können. Nee, meinte sie mit strahlendem Lächeln. (Und dann musste ich mir einen Vortrag über Membranen, osmotische Prozesse etc anhören... schiel )

erinnert sich vage,
Stefan
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