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Funktions-Tiere......, na und????
#1
Hey@all, möchte mal
unter dieser Überschrift ne allgemeine Diskussion lostreten.

Mir ist aufgefallen, dass immer wieder mal auf
Aquarianern "rumgehackt" wird, wenn sie sogenannte Funktionsfische in ihren Becken mit"installieren"....
Ich selbst kann da eigentlich nicht viel Verwerfliches dran sehn,
wenn jemand mit Algenproblemen sich Antennenwelse zulegt,
die ja in jungen Jahren durchaus gut an der Alge arbeiten....
Oder eben z.B. Schneckenfresser etc.
Richten wir nicht alle unsere Becken auch danach ein, den geringstmöglichen Aufwand mit ihnen betreiben zu können?
Wir setzen Schnecken ein, die uns den Bodengrund durchpflügen,
die uns den Mulm nochmal durchkauen und ihn zum Teil pflanzenverwertbar machen,
desgleichen arbeiten Amano-und andere Algengarnelen
daran, unseren Überbesatz nicht so deutlich werden zu lassen, indem sie Algen verschwinden lassen , etc. ....
Fische werden zur strengen Geburtenkontrolle anderer eingesetzt,
Garnelen desgleichen bei Freilaichern usw usf....
Was ist daran verwerflich?
Deshalb hab ich auch als Überschrift bewusst Funktionstiere gewählt...
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#2
Hallo Bernd,

ich hatte es ja gestern schon in einem anderen Thread angesprochen...

Prinzipiell spricht nichts dagegen, solange die Haltungsbedigungen für diese (ich nehme mal deine Bezeichnung) "Funktionstiere" auch wirklich berücksichtigt werden.
Sowas kann man ja durchaus planen und ein AQ dementsprechend aufbauen.

Was ich halt kritisch finde sind "Ratschläge" wie:
hab zu viele Schnecken --> packe dir'nen Kugelfisch oder 'ne Schmerle rein

Da wird dann meist der Nutzen des Tieres vor die eigtl. Bedürfnisse des Tieres gestellt.

Bin auch auf weitere Meinungen gespannt schiel

Viele Grüße, Kati
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#3
Moin Bernd,

gegen "Funktionstiere" ist nichts einzuwenden, solange sie nicht NUR wegen ihrer Funktion angeschafft werden.

Mich stört, wenn in einem Thread von ein paar überzähligen Schnecken gesprochen wird und sofort jemand aus der Ecke kommt und Anentome helena oder noch schlimmer, Schmerlen empfiehlt. Anfänger sind diejenigen, die auf sowas anspringen, ohne sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was sie tun, wenn die Schmerle zu groß wird oder sich die helenas so exzessiv vermehren, daß sie dann Garnelen oder andere Bewohner angreifen.

Mir wäre lieber, diese "Ratgeber" würden auf die Ursachen einer Schneckenexplosion oder übermäßigen Algenbildung eingehen, statt Funktionstiere zu empfehlen, die die Symptome, aber nicht die Ursachen bekämpfen. Das ist Bequemlichkeit und hat nichts mit Aquaristik zu tun.

Ich habe hier durchaus einige "Funktionsfische", die unter bestimmten Prämissen angeschafft wurden (Garnelenüberpopulation). Aber immer auch und hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt, daß sie ins System passen, mir gefallen, ich mich mit ihren weiteren Bedürfnissen auseinander gesetzt habe und sie auch NACH Erfüllung ihrer Funktion noch behalten möchte. Oder aber, wenn nicht, ihnen dann ein angemessenes Zuhause verschaffe.
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#4
Moin Bernd,

im MW-Bereich ist das ebenfalls durchaus üblich und auch sinnvoll. Fische gegen Plagegeister, Einsiedler und Schnecken gegen unerwünschte Algen, sogar Futtergarnelen für größere Fische.

Es ist Natur, und die ahmen wir schließlich, wenn auch im begrenzten Rahmen, nach.

Es wird mir ein wenig komisch, wenn ich an Besitzer von Schlangen denke, die Kleinnager an ihre Tiere verfüttern müssen, die andere sich als Haustiere halten. Aber es ist in einem anderen Rahmen nichts anderes, als das was wir in der Aquaristik machen.
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#5
Funktionstiere...


Also ich bin ja noch ziemlich neu hier.
Generell kann ich den Beiträgen bisher größtenteils beipflichten und finde es zeichnet sich doch ein gutes Bild der Gesamtmeinung ab.

Grundsätzlich sind alle der Meinung, dass man diese Tiere einsetzen und halten kann, wenn es die Umstände nötig machen und erlauben.

Natürlich kann man als Anfänger schnell in die Bredouille geraten noch Schnecken, Welse etc. als "Hausmeister" einzustellen.
Aber mal im ernst, wenn sich die Leute wirklich Mühe geben und von sich aus hier oder andereswo einen Account anlegen, sich in den Foren informieren, eine Diskussion entsteht und dann nützliche Informationen herausgegriffen werden, so ist das doch generell der erste Schritt um sich einzufühlen, sich mit seinen Tieren oder denen die es einmal werden sollen, vertraut zu machen. Das so gut wie bei jedem Thema unterschiedliche Meinungen existieren, die nicht immer rational oder logisch sondern auch oft emotional oder auf Erfahrung basierend entstehen, ist doch normal.
Ich unterstelle einfach mal jedem der ein wirkliches Interesse am Wohl seiner Tiere hat, dass sich derjenige auch umfassend erkundigt, sich eben nicht auf ein oder zwei Bemerkungen wie "hast du ein Schneckenproblem - kauf dir Kugelfische und setz sie rein" verlässt.
Andererseits kann ich es auch verstehen, dass es einige von euch stört solche Bemerkungen zu lesen.

Also... Lassen wir doch einfach einem jeden Interessierten "Neuaquarianer" die Möglichkeit sich selbst ein Bild zu machen. Geben wir ihm Anreize und Ideen und tadeln wir ihn auch ab und zu, wenn wirklich etwas ganz aus dem Ruder läuft und die Vorstellung der Realität nicht gerecht werden kann frech denn das ist das was das Forum ausmacht... oder?

Beste Grüße
Casiopaia
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#6
Upps... gerade habe ich im Schneckenbeitrag geschrieben, dass es keinen Sinn macht, sich Tiere anzuschaffen, um eine andere Art dadurch loszuwerden. Schon oft genug kam es vor, dass danach der Hilfeschrei kam, was nun zu tun sei.

Gegen eine Anschaffung reiner "Funktionstiere" habe ich etwas, denn wenn sie ihre sog. "Arbeiten" erledigt haben, weiß der Aquarianer oft nicht, was dann mit ihnen geschehen soll. Wenn jedoch von vornherein klar ist, dass man auch so Gefallen an den Helferchen hat, ist dagegen nichts einzuwenden.
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#7
Guter Ansatz, Bernd. Vor allem interessant, wenn man ihn ein bisserl abstrahiert und verallgemeinert.

Was ist eigentlich ein Aquarium? Im Idealfall, ein kleines ökologisches System, bei denen die einzelnen Elemente wie Bakterienflora, Pflanzen, Tiere so gut aufeinander abgestimmt sind, dass es in seiner Gesamtheit funktioniert. Möglichst über längere Zeit stabil.

Das ganze Aquarium ist eine funktionale Einheit. (Wie es ist, wenn es nicht so ist, kannst Du jeden Tag hier bei den Hilfeschreien im Forum lesen ... )

Ansonsten erinnert die Unterscheidung in “Funktionstiere“ und – ja, was wäre denn der korresponierende Begriff? – „Spass-Elemente“ ziemlich an die alte Klassifikation im Bio-Unterricht vor 30 Jahren, als noch zwischen „Kraut und Unkraut“ unterschieden wurde.

Nein, ein holistischer – oder wer „gesamtheitlich“ lieber mag – Ansatz sieht da keinen besonderen Unterschied. Ganz einfach: Tiere, Pflanzen, Technik, die das System nachhaltig auf Dauer stabiler machen, sollen und dürfen rein.

Mein Entscheidungskriterium wäre: Kann das „Funktionsvieh“ auf Dauer drin bleiben? Und will ich das? Wenn nicht, würde ich nach einer anderen Problemlösung suchen. (Und Schnecken nicht mit Schmerlen, sondern einer Falle bekämpfen.)

Grüße
Stefan
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#8
Danke Bernd,
ein schöner Anstoß


Stefan
Prestutnik12 schrieb:„Kraut und Unkraut“
Stefan

Es gibt doch kein Unkraut, das heißt Beikräuter zwink und selbst die haben ihre Daseinsberechtigung oder.

Nee mal im ernst.
Wenn ich Fische züchte die im Futter stehen müssen, usw. sorge ich auch für die "Funktionstiere" für nachfolgende gute Haltungsbedingungen.
z.B. bei Schnecken für eine Seperate Schneckenzucht.

Aber die Aussage Schmerlen gegen Schnecken, findet sich leider auch in fast jeden Einsteigerbuch.
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#9
Hallo!
Es ist im Prinzip ja wirklich nichts dagegen einzuwenden ... aber da sehe ich es wie Gitta: Was ist, wenn das Problem gelöst ist? Und vor allen Dingen, wie hier schon erwähnt wurde, passt das Funktionstier überhaupt?
Dann sind sie wieder da, die Ancistrus und Prachtschmerlen in 54 l, der Brackwasserkugelfisch im Süßwasser usw. usw. Und das geht gar nicht!
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#10
Weiter, weiter so....
Gute Diskussion, natürlich meinte ich als Basis,
dass die "Funktionäre" nicht nur für nen bestimmten Zeitraum bzw. für ein bestimmtes "Notereignis"
eingesetzt werden.

Wobei, es kann schon mal vorkommen, wie es mir
z.B. vor drei Wochen ging:
Volles Regenfass (Grundwasser eingefüllt, von oben kommt in der Uckermark ja eh nix),
Koibrut (ca. 1cm) eingesetzt zum Abwachsen, Fasswände binnen kurzem mit zentimeterdickem braunem etwas schmierendem Algenbelag überzogen (wahrscheinlich von der Hitze...),
sah nicht gut aus und störte mich enorm....
Also bissel Naturentnahme (soll man nicht, ich weiss...) von ca. 20 Schnecken unterschiedlichster Arten,
jetzt ist alles größtenteils weg, die Schnecken schon zum Teil im Gartenteich (sicher ist sicher!)
Will damit sagen, dass man sich schon von Anfang an klar darüber sein sollte,
wohin anschliessend mit den Tieren, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben.
Ist bei Fischen wie bei Wirbellosen gleich, wir haben schliesslich eine Verantwortung gegenüber der Kreatur übernommen....
Danke allen, die sich beteiligt haben, für die Beiträge und hoff, dass der eine oder andere Einsteiger auch mal wenigstens kurz hier reinkuckt....
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