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Blüten der Antimesswertehysterie - Druckversion +- Aquarium Stammtisch - Das Aquaristikforum für alle Aquarianer (https://aquarium-stammtisch.de) +-- Forum: Süsswasser (https://aquarium-stammtisch.de/forumdisplay.php?fid=3) +--- Forum: Chemie (https://aquarium-stammtisch.de/forumdisplay.php?fid=10) +--- Thema: Blüten der Antimesswertehysterie (/showthread.php?tid=145) |
- Parat - 30.07.2011 Wabenschilderwels schrieb:PH-Wert ist ein Wert X, der für die einzelnen zu haltenden Fischarten wichtig, wenn nicht sogar überlebenswichtig ist. Stimme dir also auch diesbezüglich zu. wobei angemerkt werden sollte, dass er nur für sehr wenige handelsrelevante Fische wirklich von der Bedeutung ist, die man ihm in Foren gerne zuspricht. Meistens hatten die Leute, die davon sprechen, solche Fische selber noch nie. Daher behaupte ich, dass 99% dieser Ansagen eher nachgeplappert sind. Zitat:Leitwert - ein schönes Wort, vor allen Dingen sehr neumodisch. Nicht jeder Anfänger hat ein Leitwertmessgerät zur Hand, um mit dessen Hilfe die gelösten Salze im Aquariumwasser messen zu können und somit den Wechselinterwall zum Wasserwechsel festzulegen. Interessiert doch gar nicht, weil das ist deren Problem. Sollen die sich eines kaufen. Zitat: Somit wären wir wieder beim Wassertest. Über selbigen kann ich auch bestimmen, wann ich den Wasserwechsel durchführen muß/sollte. Echt? - Dann musst Du über die Wochen zwischen den WW schon ziemlich was ins Aquarium schmeißen, damit da was sichtbar wird. Zitat:Zumindest solange, bis ich mir ein Leitwertmessgerät zugelegt habe, oder -und das ist für mich wahrscheinlicher- bis ich die Erfahrung getätigt habe das es alle zwei, vier oder gar erst in der sechsten Woche von Nöten ist. Do it bei Learning. Du kannst in zwei Aquarien ein und denselben Messwert ablesen, wobei sich dieser jeweils aus ganz unterschiedliche Stoffen zusammensetzt. Insgesamt lerne ich aus der Diskussion, dass sich aquaristische Sachkenntnis und der Glaube an Wassermessung sich immer noch gegensätzlich verhalten. Zitat:Wie möchtest du dich da bitte festlegen, welche Werte denn nun die richtigen für dich sind? Die Werte die bei mir aus der Wasserleitung kommen, weichen zum Teil doch recht stark von dehnen des Wasserversorgers ab. Woran dieses wohl liegen mag? Was heißt "stark"? Zitat:Tja, wie nun soll ein Anfänger denn nun feststellen das sein Becken soweit ist, das er den Fischbesatz vollführen kann? Hört doch endlich mal auf die Anfänger ins Feld zu führen. Immer wenn es eng wird heißt es "ja aber die Anfänger..." Zitat:Desweiteren denke ich, das zum Thema Fischkrankheiten und Gegenmaßnahmen die aktuellen Wasserwerte doch hilfreich sein können. nein. Ein Anfänger z.B. würde meinen, dass er einem weichsaurem kranken Fisch was gutes täte, wenn er ihm besonders weichsaures Wasser angedeihen lässt. Genau das gegenteil ist der Fall weil weichsaures Wasser den Fisch viel mehr abverlangt als härteres Wasser. Also Salz rein, Leitungswasser und dann warten. Zitat: Wie sonst könnte ich einem Anfänger sagen (der vielleicht anderweitig verkehrt beraten wurde) das sein Ph wert zu hoch sei. Oder aber das die GH/KH gar nicht passend für diese Fischart sei, vielleicht sogar die Temperatur (wie Parat schrieb) zu hoch oder zu niedrig ist. Ja.. genau da ist der Satz. Das was Du schreibst ist eben falsch. Zitat: Die eventuell daraus resultierende Fischkrankheit, bekämpfe ich in diesem Fall auch nicht durch einen 50% Waserwechsel. Ich Resete zwar das Becken in Form dessen, das ich die Keimbelastung senke, aber habe die Ursache der falschen Wasserparameter dabei völlig außer acht gelassen! Wobei die nach Deiner Ansicht richtigen die tatsächlich falschen wären. ----------------------------------------- Balu schrieb:Nabend, Themen entwickeln und verändern sich nun einmal. Es wird hier ja kein Buch geschrieben, bei dem es einen roten Faden zu halten gilt. Auch schreiben wir hier nicht für andere Leute, die Datenbank oder die Nachwelt, sondern nur für die direkt beteiligten Foristen. Insofern ist es absolut unerheblich wie sich die Diskussion entwickelt. Richtig ist, dass Bakteriendichten nicht gemessen werden, daher nicht beurteilbar sind und daher in keinster Weise als Argument taugen. Für nichts. - Balu - 30.07.2011 Das würde ich auch nicht anzweifeln. Es ist nur klar zu erkennen, dass das eigentliche Thema immer weiter auseinander getreten wird. Dadurch verliert dieses Thema schnell an Interesse. Mir ist auch klar, das dieses Thema eine "never ending Story" ist, die bislang in keinem Forum zum zufriedenstellenden Ende geführt hat. - Parat - 30.07.2011 solange noch geschrieben wird, ist Interesse vorhanden. Schlecht allerdings, wenn man in engen Bahnen gehalten wird. Zitat:Mir ist auch klar, das dieses Thema eine "never ending Story" ist, die bislang in keinem Forum zum zufriedenstellenden Ende geführt hat. Das ist auch gar nicht erforderlich. Es muss doch kein Kompromiss gefunden werden. Wichtig ist nur, dass man jeglichen Anläufen die zum Ziel haben, den Wasserwerten, der Wasserchemie und der Messerei in der Süßwasseraquaristik eine mehr als nebensächliche Bedeutung einzuräumen, von vorne herein energisch entgegen tritt. Das hat man vor ca. 10 Jahren leider versäumt und so konnte eine kleine Gruppe von etwa 3-4 Leuten, die teilweise nicht einmal Aquarianer waren, die Hysterie ins Volk tragen. Wer viel gemessen hat, der galt als sachkundig, vorsichtig und verantwortungsbewusst. Wer nicht, der galt als leichtsinnig und unwissend. Es hat lange Jahre gebraucht um zu zeigen, dass das kalter Kaffee ist. Das änderte sich erst als transparent wurde, dass diese Hohepriester der Wasserwerte eigentlich nur eine ganz bescheidene Aquaristik betrieben, folglich gar nicht den nötigen Weitblick hatten um große Worte zu schwingen. Die Leute merkten plötzlich, dass diejenigen, die groß die Wasserwerte beschwörten, tatsächlich nur vor ein, zwei Aquarien saßen und diejenigen, die 30, 40 und mehr Aquarien mit fummeligsten Fischen darin hatten, es ganz locker sahen und eher gar nicht messen. Heute ist es nicht anders. Jo ist auch nicht gerade für eine umfangreiche Aquaristik bekannt, wohl aber für umfangreiche Behauptungen. - eumel6 - 30.07.2011 Hallo, Zitat:wäre denn ein Leben bei einen errechneten Ammoniakwert vonSind prinzipiell möglich. Nitrit und Ammonium/Ammoniak schließen sich doch nicht gegenseitig aus. - Wabenschilderwels - 30.07.2011 Hi Parat, Zitat: Zitat:Das stimmt allerdings. Zitat:Du kannst in zwei Aquarien ein und denselben Messwert ablesen, wobei sich dieser jeweils aus ganz unterschiedliche Stoffen zusammensetzt.Auch hier stimme ich dir zu. Zitat:Wie möchtest du dich da bitte festlegen, welche Werte denn nun die richtigen für dich sind? Die Werte die bei mir aus der Wasserleitung kommen, weichen zum Teil doch recht stark von dehnen des Wasserversorgers ab. Woran dieses wohl liegen mag?Naja, stark ist wohl die falsche Wortwahl gewesen. Es trifft eher größere Schwankungen zu. Zitat:Hört doch endlich mal auf die Anfänger ins Feld zu führen. Immer wenn es eng wird heißt es "ja aber die Anfänger..."Was heißt eng und ja aber die Anfänger.... Klar könnte man diesen auch einfach die Empfehlung geben 4 - 6 Wochen zu warten. Eventuell falls er/sie es für notwendig erachtet das Wasser auf No2, No3 und Nh[SUB]4 [/SUB] zu testen. Klar geht auch. Zitat:nein. Ein Anfänger z.B. würde meinen, dass er einem weichsaurem kranken Fisch was gutes täte, wenn er ihm besonders weichsaures Wasser angedeihen lässt. Genau das gegenteil ist der Fall weil weichsaures Wasser den Fisch viel mehr abverlangt als härteres Wasser. Also Salz rein, Leitungswasser und dann warten.Aha, also ist Aufsalzen/Aufhärten die alles regelnde Methode? Nuja, ich lerne ja auch noch dazu. Dachte aber bis jetzt immer, das es nur bei bestimmten Krankheiten zutreffend ist. Zitat: Wie sonst könnte ich einem Anfänger sagen (der vielleicht anderweitig verkehrt beraten wurde) das sein Ph wert zu hoch sei. Oder aber das die GH/KH gar nicht passend für diese Fischart sei, vielleicht sogar die Temperatur (wie Parat schrieb) zu hoch oder zu niedrig ist.Und was genau wäre daran falsch? Ich lasse mich gerne diesbezüglich belehren. Zitat: Zitat:Ok, was wäre dann daran falsch? Durch einen Wasserwechsel entferne ich Schadstoffe und zuviele Keime. Soweit ist das doch richtig, oder etwa nicht? Da rede ich auch nicht dagegen. Aber wenn durch die falschen Wasserwerte, durch die die Fischkrankheit ausgebrochen ist, diese nicht abgestellt werden, ändere ich doch auch nicht´s. Oder habe ich jetzt einen Denkfehler? Frischwasser ist sicherlich hilfreich, keine Frage. Dennoch müssen auch hier die Wasserwerte passen, oder etwa nicht? Oder tritt jetzt wieder die Methode des Aufhärtens/salzens in Kraft? Im übrigen ist mir mal aufgefallen, das wenn schon zitiert wird, dieses nicht immer im Zusammenhang mit dem eigentlich Geschriebenen steht und etwas aus diesem gerissen wird. - Parat - 31.07.2011 Hallo, Wabenschilderwels schrieb:Naja, stark ist wohl die falsche Wortwahl gewesen. Es trifft eher größere Schwankungen zu. und die sind über weite Strecken unerheblich. Zitat:Was heißt eng und ja aber die Anfänger.... Klar könnte man diesen auch einfach die Empfehlung geben 4 - 6 Wochen zu warten. Eventuell falls er/sie es für notwendig erachtet das Wasser auf No2, No3 und Nh[SUB]4 [/SUB] zu testen. Klar geht auch. ginge auch, oder nur 3 Wochen. Zitat:Aha, also ist Aufsalzen/Aufhärten die alles regelnde Methode? Nuja, ich lerne ja auch noch dazu. Dachte aber bis jetzt immer, das es nur bei bestimmten Krankheiten es ist die erste unterstützende Maßnahme, da, wie schon beschrieben, ein weichsaures Milieu vom Fisch mehr abverlangt. Auch Oodinium fühlt sich in dem Milieu wohl. Zitat:Wie sonst könnte ich einem Anfänger sagen (der vielleicht anderweitig verkehrt beraten wurde) das sein Ph wert zu hoch sei. Oder aber das die GH/KH gar nicht passend für diese Fischart sei, vielleicht sogar die Temperatur (wie Parat schrieb) zu hoch oder zu niedrig ist. und damit begibst Du Dich auf das dünne Eis. Dieses elende "pH und Härte sind zu hoch" sollte doch für handelsübliche Fische inzwischen ausgestanden sein. Zitat:Ja.. genau da ist der Satz. Das was Du schreibst ist eben falsch. Das eben das Glück der Fische an den Wasserwerten festgemacht wird. Artbecken und Lebendfutter bringen mehr, nur dass erzählt man nicht. Man reitet nur auf den Wasserwerten umher. Zitat:Durch einen Wasserwechsel entferne ich Schadstoffe und zuviele Keime. Soweit ist das doch richtig, oder etwa nicht? Kann richtig sein, ja. Bei den Keimen weiß ich es nicht einmal, denn ich kann sie nicht quantifizieren und dem Vernehmen nach sollen die ja eher sessil sein und weniger planktonisch leben. Der Witz mit dem WW ist doch der, dass viele Leute schon erkannt haben, dass ihre Aquarien unverändert weiter liefen, auch wenn sie ihre WW eingeschränkt haben. In anderen Fällen konnten algige und matschige Aquarien damit auf Vordermann gebracht werden. Zitat:Da rede ich auch nicht dagegen. Aber wenn durch die falschen Wasserwerte, durch die die Fischkrankheit ausgebrochen ist, diese nicht abgestellt werden, ändere ich doch auch nicht´s. Oder habe ich jetzt einen Denkfehler? Eher einen fehlenden Beweis, denn wie bitte will man den sagen wodurch die Krankheit ausgebrochen ist, wenn die Fische in anderen Aquarien bei gleichen Werten gut leben. Zitat: Frischwasser ist sicherlich hilfreich, keine Frage. Dennoch müssen auch hier die Wasserwerte passen, oder etwa nicht? Oder tritt jetzt wieder die Methode des Aufhärtens/salzens in Kraft? also wird man vor jedem WW das Wasser messen und das im Aquarium auch um anzugleichen. Das natürlich bei jedem Aquarium... ... und nun stellt sich die Frage, warum Leute mit vielen Aquarien mit sensiblen Fischen das nicht machen müssen. Wenn Du Recht hättest müssten die ja mit ihrer laschen Art gnadenlos scheitern. - Wabenschilderwels - 31.07.2011 Hallo Parat, vielen Dank für deine Sichtweise. Einiges regt mich zum Nach/Überdenken meiner eigenen Ansichten an und anderes war mir bekannt. Jedoch habe ich bezüglich der Artbecken noch eine kleine Frage um mit mir selber ins klare zu kommen. Wenn ich solch ein Artbecken einrichte, gehe ich doch danach, welche Bedürfnisse die Fische in freier Natur zur Verfügung hätten oder haben. Das heißt doch für mich im Umkehrschluss, ich müßte oder sollte auch das Medium Wasser dementsprechend einstellen. Was ist nun so verkehrt daran wenn ich dieses mache, außer das es eventuell für mich mehr Arbeit bedeuten würde. Ob dieses nun Unsinnig ist, sei mal dahin gestellt und außen vor. Mal davon abgesehen, das du schreibst " .....warum leute mit vielen Aquarien mit sensiblen Fischen"....usw. Und wenn ich Recht hätte, diese scheitern müßten. Ich habe mir mal vor einiger Zeit sagen lassen, das eine schließt das andere nicht aus. Oder anders ausgedrückt, was bei dem einen funktioniert, funktioniert bei dem anderen noch lange nicht. Klar gebe ich dir Recht, wenn du die handelsüblichen Fische anführen tust. Es sind ja meistens auch schon Nachzuchten, die an die gewünschten Wasserwerte des Handels in Fischfabriken angeglichen wurden. Aber wie schaut es mit Wildfängen aus, ist dort deine Ausage auch zutreffend? Ich weiß es nicht. Bin mir aber ziemlich sicher, das es unter den Leuten mit den vielen Aquarien und den sensiblen Fischen auch welche gibt, die bei gewissen Fischarten scheitern und nicht dahinter steigen und wissen woran es liegt. Na ja, wie auch immer, wir werden es wohl nicht gänzlich klären können. Es regt aber, wie gesagt zu Nachdenken an und das ist ja auch Sinn und Zweck solch einer Diskussion. Was nun die Messung der Wasserwerte betrifft, denke ich jedoch, das es den einen oder anderen Einsteiger oder sogar Fortgeschrittenen die nötige Sicherheit gibt. Auch wenn es Unsinnig sein sollte und in deinen Augen nicht erforderlich ist. - Ferrika - 31.07.2011 Moin, @Martin Ich glaube, Du hast mehrere Denkfehler in Deinen Theorien. Zunächst einmal macht man prinzipiell einen Wasserwechsel, um sich anhäufende (Schad)Stoffe aus dem Aquarium zu entfernen. Dies betrifft Nitrat, Phosphat und hauptsächlich die Keimdichte, die die Fische nicht gleich krank machen müssen, aber können. Mit den Gesamtwasserwerten hat das nicht unbedingt etwas zu tun. In Altwasserbecken z.B. pendeln sich Nitrat und Phosphat irgendwann in einem bestimmten Bereich ein, der meist sogar niedriger liegt als in Becken, in denen regelmässig Wasserwechsel gemacht wird. Das hängt mit der Bakterienpopulation zusammen, die sich durch die fehlende (kurzfristige) Änderung bestimmter Parameter auf einem relativ festen Niveau einpendeln. Die Gefahr bei Altwasserbecken ist: wird einmal ein Wasserwechsel nötig, weil sich eine Krankheit eingeschlichen hat, sind die Fische in einem Altwasserbecken viel stärker gefährdet als solche, die einem ständigen Wechsel unterliegen. Der Organismus dieser Fische entwickelt kein Training auf Schwankungen im pH-Wert und der Leitfähigkeit und so wird der Fisch, dem Hilfestellung durch Entlastung des Keimdrucks geleistet werden soll, durch die Belastung seines Kreislaufs u.U. stärker belastet. Damit kommen wir zum zweiten Irrtum: Es ist für Fische gar nicht vorteilhaft, immer die gleichen Wasserwerte zu haben. Schwankungen im pH-Wert, der Leitfähigkeit und der Temperatur sind in der freien Wildbahn an der Tagesordnung. Durch Regen, Verdunstung und Wetterwechsel ergeben sich ständige Schwankungen, denen komischerweise die Verfechter der "Wasserwerte sind wichtig" immer entgegen treten. Diese Schwankungen sind wichtig für den Stoffwechsel und Kreislauf der Fische, sie stärken deren Konstitution, wie bei uns eine Kneippkur. Die Bedürfnisse der Tiere in einem Artenbecken können natürlich einigermaßen angeglichen werden. Aber wie nebensächlich sie sein können, habe ich gerade durch. Ich bekam Sulawesi-Grundeln, die durch schlechte Zwischenhälterung und fehlerhaften Transport in einem so schlechten Zustand waren, daß ich die Wahl hatte, zuzusehen, wie sie eingehen oder das Risoko einzugehen, ihnen mit Salzzusatz und Erlenzapfen zu helfen, ihre Verletzungen auszukurieren und ihren geschädigten Kiemen wieder auf die Sprünge zu helfen. Die Wasserwerte des Towutisees lassen eigentlich solche Spielchen mit Salz nicht zu. Die Reaktion auf die Salzzugabe bei den Grundeln war auch nicht eben hocherfreut. Aber man konnte zusehen, wie sie sich binnen Minuten etwas entspannten, ruhiger atmeten, Farbe bekamen. Ich bin sicher, ohne dies hätten sie nicht überlebt. Dies hat etwas mit dem osmotischen Druck zu tun, mit dem Tiere in weichem Wasser viel mehr zu tun haben als solche in härterem. Natürlich fahre ich nach einer gewissen Zeit die Wasserwerte wieder etwas zurück, bis sie wieder annähernd am Towutisee sind (ich habs gut, unser Leitungswasser hat große Ähnlichkeit damit). Aber ich werde z.B. nicht den pH-Wert künstlich höher fahren. Er ist in den Aquarien bei 7,5 - 7,7, während der Towuti 7,9 - 8,1 aufweist. Das ist aber unerheblich, denn die anderen, gesunden Grundeln aus dem Pososee leben bei meinen normalen Werten mit leicht erhöhter Temperatur quietschgesund und munter. Dies, um Dir einmal zu zeigen, wie unwichtig so etwas sein kann. Es wird viel zu großer Wert auf die Wasserwerte gelegt. Die Tiere können bei annähernd angeglichenen Werten ebenso gut leben und wenn ich weiß, wie ich es einstelle (falls ich Veränderungen vornehmen muss), muss ich da auch nicht immerzu nachmessen. Viel wichtiger ist, dafür zu sorgen, daß sich keine hohe Keimdichte bilden kann (Fische tragen immer Keime mit sich und diese können sich potenzieren, wenn nicht regelmässig Wasserwechsel gemacht wird), daß die Tiere eine ordentliche Konstitution entwickeln, indem man sie nicht mit ständig gleichbeleibenden Wasserwerten verhätschelt und sie so gut ernährt, daß ihr Organismus auf die Konfrontation mit normalen Keimdichten ordentlich reagieren kann. Dann hat man viel Freude an den Tieren und wenig Ärger mit Krankheiten. Und das schreibe ich aus Erfahrung. Ich bekomme sehr häufig Wildfänge herein, von denen ich nicht weiß, aus welchen Habitaten sie stammen. Ich hab dann nicht einmal einen kleinen Anhaltspunkt, in welchen Wasserwerten sie normalerweise sitzen. Das Einzige, was ich in solchen Fällen tue, ist, zu fragen, ob sie vorher in hartem oder weichem Wasser gehältert wurden. Waren sie in hartem Wasser, muss ich langsam angleichen, waren sie in weichem, kann ich gleich einsetzen. Auch hier handle ich entgegen der forenüblichen Empfehlung, die Tiere langsam anzugleichen, ich setze grundsätzlich, so es die Wasserhärte erlaubt, sofort um (also Wasser abschütten, Tiere ins Aquarium). Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sie dann zwar für einen Moment japsen, aber das ist eher der kurze Schreck. Dafür reduziere ich aber den Stress, dem sie durch das ungeschützte Sitzen in einem engen Behälter ausgesetzt sind. Selbst Otocinclen überleben bei mir mit dieser Methode zu 100 %. Und auch dies zeigt, wie unwichtig Wasserwerte sein können, denn die stimmen ganz sicher selten überein. Die Härte spielt in diesem Fall nur deswegen eine Rolle, weil Fische sich nicht so schnell auf den veränderten osmotischen Druck einstellen können, wenn man sie von hartem in weiches Wasser setzt. Umgekehrt, von weichem in hartes Wasser, spielt es widerum gar keine Rolle. Dies alles sollte einmal anregen, darüber nachzudenken, wie wichtig Wasserwerte für das Wohlbefinden eines Fisches eigentlich sein können. Ich bin mir sicher, daß einige meiner Wildfänge sehr abweichende Werte bei mir vorfinden. Aber gestorben ist mir deswegen noch kein einziger Fisch. Auch nicht krank geworden. - PeterH - 31.07.2011 Hallo Martin, es ist nicht unsinnig die Wasserwerte zu messen, es ist nur in den meisten Fällen nicht erforderlich sie anzupassen, so wie es in den Foren gefordert wird. Das ist gemeint. Die Werte, die in vielen Zierfischverzeichnissen oder der Literatur verzeichnet sind, entstehen oft aus Momentaufnahmen an den Fanggründen. Diese Werte liegen sicher nur innerhalb der Toleranz dieser Tiere und müssen nicht das Optimum darstellen, das es oft gar nicht gibt. Das gilt auch für die oft unterstellte Anpassung von Nachzuchten. So schnell ist die Natur nicht und ändert genetisch bedingte Parameter innerhalb von einigen Generationen. Diese Auslese bräuchte viele Generationen um sich genetisch zu manifestieren. Auch hier liegen die Werte innerhalb der Toleranzen. Und was sind denn die vom Handel gewünschten Werte? Die reichen doch innerhalb Deutschlands dann auch von GH 3° – GH 30°. Welche Erkenntnisse kann man trotzdem aus dem Messen der Wasserwerte ziehen ? Es wurde hier auch schon beschrieben: Wer sein Wasser für die wenigen Spezialisten unter den Fischen anpassen möchte, der kommt mit der Leitfähigkeit oder GH bzw. KH und näherungsweise dem pH Wert aus, denn alle anderen Inhaltsstoffe spielen dabei keine Rolle. Wer ernsthaft versucht Probleme und Katastrophen an Hand von Messwerten erkennen zu wollen, wird einsehen, dass das in der Praxis scheitert. Auch ein noch so kleines Aquarium ist letztlich ein sehr komplexes System mit sehr viel mehr Variablen als der Hand voll Messwerte, die uns der Handel zur Verfügung stellt. Und es zeigt sich immer wieder, dass die Beschreibung an Hand einzelner Parameter ein zu geringer Ausschnitt ist. Was man erkennen kann sind gewisse Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten die bei dem einen oder anderen das Verständnis erleichtern. Der Gewinn für eine praktische, erfolgreiche Aquaristik besteht dann letztlich darin: sie sind nebensächlich und man kann sie vernachlässigen. Wenn dem so ist, und dem ist tatsächlich so. Was bleibt dann als Ratschlag oder Strategie zur Vermeidung von Problemen und Katastrophen ? Sauberes Wasser, relativ konstante Wasserwerte – unabhängig von deren quantitativer Höhe/Größe -, das erreicht man z.B. durch häufige, große Wasserwechsel (da sind mir die wesentlichen Parameter durch den Wasserversorger bekannt und man kann auf das Messen verzichten), gutes Futter und letztlich ein harmonischer Besatz und beim Eingewöhnen neuer Fische eine entsprechende Quarantäne. Und dieser eine Weg erweist sich immer wieder als erfolgreich, unter gewissen Umständen geht es auch anders, aber grundsätzlich verschiedene Wege einer erfolgreichen Aquaristik gibt es nicht. Peter - Lafee - 31.07.2011 Hallo Jutta, genauso iss das... So... ich habe ja auch paar AQs mehr und war auch sehr lange Zeit der Meinung meine Fische brauchen da nun irgendwelche Werte um sich Wohl zu fühlen,habe diese Meinung auch sehr lange vertreten...aber man kann seine Meinung ändern.. Man lernt dazu und stellt fest,das die meisten "Weichwasser"fische auch mit höheren Wasserwerten leben können und zum Teil sich sogar Augenscheinlich wohler fühlen,sich sogar vermehren...es betrifft wirklich nur ganz wenige Arten die gewisse Wasserparameter "zwingend" brauchen ,um es mal kurz aufzuführen z.B. Malawis zeigten bei PH Werten unter 7,5 und ab 12 mg/l CO2 bei mir auffälliges hapsverhalten..ich denke für meinen Teil ,das der CO2 gehalt bei den doch sauerstoffbedürftigeren Tieren eine höhere Rolle spielt als der alleinige niedriger PH.. Ich hältere z.B. in zwei 160 l AQs Black Mollys (1 Artenbecken ,das andere mit Ancistrus )bei KH 4,GH 8 und PH 7,4 - 8,3...diese Tiere habe ich 08 gekauft und die ersten Leben auch noch...ich habe sie ...bei 24 - 28 Grad und sie kriegen des öfteren auch Lebendfutter...krank war bis lang einer der eine Verletzung hatte und diese verpilzte...und die anderen Tiere fraßen gerne an der Wunde herum...mei wenn ich das in einen Krankheitsthreat geschrieben hätte...hätte ich erstmal haue gekriegt wegen der Wasserwerte (was ich ja auch lange Zeit tat...*schäm ) Nun...deshalb habe ich geschwiegen...den Molly in ein großes Laichnetz gesetzt...tägliche TWWs gemacht und Salz dazu...und siehe da...das Aua war nach 10 Tagen...Geschichte...und ich habe auch nicht mehr aufgesalzt...obwohl man sie ja angeblich immer in Salzzusatz schwimmen lassen soll...nun ja...meine Tiere sind sehr agil... Und wie schon geschrieben...das wichtigste sind nun mal nicht die Wasserwerte sondern ...Temperatur,Futter,AQ Größe,Beibesatz,Einrichtung...Anzahl der Tiere...und regelmäßige TWWs...bei mir wöchentlich zwischen 30 - 80 % Wenn Tiere krank werden...liegt es zu 90 % nicht an den gemessenen...KH,GH,PH.... @JO...das Ammoniakpeak und Nitritpeak fließend in einander übergehen...ja...das weiss ich auch...aber NH3 Werte von 0,6 mg/l...öhöm...hab ich noch nie gemessen...das wäre das Erste...und wenn ein Wert von NO2 0,9 mg/l gemessen wird...ich denke...das ist schon ein zu hoher Wert als das da NH3 noch mit rein spielt...aber man hat schon Pferde kotzen gesehen...man denke an Jacqueline...das Pferd aus den Film "Schuh des Manitus"... Aber ich finde persönlich auch,das man beim ersten AQ...und wenn man sich mit den Verhalten von Fischen nicht so auskennt...ein NO2 Test nicht schaden kann...ansonsten Fische komisch...Eimer und Schläuche schwing... Ich finde übrigens sehr interessant,das die Diskussion in mehrere Richtungen geht...
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