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Aquario mit neuem Becken seit langer Zeit ;) - Druckversion

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- Aquario - 10.03.2026

Der "grosse" ist ja noch auf Halde, ich teste jetzt erstmal, ich hab zwar schon geschaut wie man den Juwel raus bekommen würde, aber im großen und ganzen gehe ich davon aus, dass der Juwel Filter für die Beckengröße angemessen ist und vor allem sich bewährt hat. Und 2 Filter laufen ist echt ökonomisch Quatsch für mich.


- Fischegucker - 11.03.2026

Hallo Mirko,

ich wollte auch nur mitteilen, wie ich verfahre. 2 Filter habe ich noch nie an einem Becken in Benutzung gehabt.
Deine Beleuchtungsdauer solltest du auch erhöhen, aber das hat dir ja schon mein Namensvetter empfohlen.
Ferner würde ich die Wasserwerte überprüfen, denn deinen Pflanzen geht es auf den zuletzt gezeigten Bildern nicht sehr gut.


- Andreas - 11.03.2026

Hallo Stefan,

nun hast du mich neugierig gemacht:
Prestutnik12 schrieb:ein Filter ist immer ein Kompromiss. Auf der einen Seite reduziert er Schadstoffe, die durch den tierischen Besatz eingebracht werden. Auf der anderen Seite führt seine Aktivität aber auch dazu, dass wichtige Nährstoffe für Pflanzen eliminiert werden, die diesen dann fehlen
Welche Pflanzennährstoffe eliminiert ein Filter und wie macht er das?

Siehst du diese Gefahr nur bei "Überfilterung", also massive Überkapazitäten an Filtermaterial, oder generell? Was ist mit den ganzen Bakterien, die sich überall im Becken an den Oberflächen ansiedeln (Biofilm)?


- Prestutnik12 - 11.03.2026

HiHi Andreas,

im Detail ist das nicht ganz leicht zu beantworten. Denn es hängt natürlich auch von der Art des Filtermaterials ab. Generell aber entzieht ein Filter den Pflanzen Nitrit (durch die Umwandlung in Nitrat), Phosphor und Eisen. Bei den auf Aquascaping konzentrierten Aqaurianern heißt des deshalb gerne: Der Filter „säuft“ die Nährstoffe für Pflanzen weg.

Sicher scheint mir, dass z.B. das Filtermaterial Siporax da besonders kritisch ist, da es zu einem Phosphatmangel führen kann. Das Zeugs ist gut für gering bepflanzte Barschbecken mit ihren hohen Einträgen, aber bei Pflanzenbecken kann das Material aufgrund eines Phosphat-Mangels durchaus kritisch sein.

Ich glaube, es gibt keine andere Lösung als die entsprechenden Parameter zu testen und dann eventuell Phosphate, Magnesium, Eisen etc. nach zu düngen.

Sorry, Aquaristik ist eben keine exakte Wissenschaft mit präziser Prognosekompetenz, oft hilft nur das Probieren und das Beobachten der Pflanzenentwicklung. Das sieht man mit ein bisserl Erfahrung schon.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass Becken ganz ohne Filterung bei weitem nicht so anfällig gegen Mangelerscheinungen und Nekrosen sind wie gefilterte Aquarien und auch deutlich weniger Zusatz-Düngung brauchen. (Im Gegenzug sind ungefilterte Becken höllisch anfällig gegenüber biogener Entkalkung.)

Schade, ich bin da auch nicht g’scheiter als die anderen, ich versuche eben jedem meiner einzelnen Becken irgendwie gerecht zu werden. Manche bekommen Co2, andre nicht. Manche dünge ich, andere nicht.

Das lernt man, genau dann, wenn einem -erfarungbedingt die Zähne ausfallen,[sub],[/sub]

lacht
Stefan

P.S. Frage gern weiter, Woildler! Passt mir.


- Aquario - 11.03.2026

Wasserwerte aktuell
Ph 8.0
Gh18
Kh12
Nh4/Nh3 0,5
No2 0
No3 10
Po4 2.0
Fe 0

Po4 geht trotz Phorax im Juwel Innenfilter nicht runter
Ph ist gestiegen, genau wie GH und KH
Fe ist 0 , klar weil ich nicht mehr gedüngt habe, sollte ich dann wohl mal wieder


- Andreas - 12.03.2026

Servus Stefan,

da die Aussage der Überfilterung immer wieder an verschiedensten Stellen kommt, frage ich gelegentlich nach, diesmal hat es dich erwischt pfeif

hier ist vermutlich der Stickstoffkreislauf gemeint:
Prestutnik12 schrieb:Generell aber entzieht ein Filter den Pflanzen Nitrit (durch die Umwandlung in Nitrat),
dies ist eine der "wichtigsten" Funktionen der Filterung (im AQ), das giftige Nitrit in Nitrat umzuwandeln. Zudem ist Nitrit kein Pflanzennährstoff, wohl aber das Ammonium und das Nitrat.
Prestutnik12 schrieb:Phosphor und Eisen
Ja, es gibt prinzipiell Eisen fressende Bakterien, genauer Eisen oxidierende Bakterien, die nicht chelatisiertes zweiwertiges Eisen, in dreiwertiges Eisen oxidieren. Allerdings ist unter den (hoffentlich) sauerstoffreichen Bedingungen in einem Aquarium die normale Oxidation des zweiwertigen Eisen bereits so schnell, dass die genannten Eisen oxidierenden Bakterien nicht konkurrieren können. Ergo wird diese Population in einem AQ nicht ins Gewicht fallen.
Zu Phosphat sind mir keine Bakterien bekannt, die dieses abbauen, oxidieren, reduzieren, what ever.

Allerdings gibt es Bakterien, die organische Stoffe für ihren Lebenszyklus brauchen, dies sind die heterotrophen Bakterien. Ein organischer Bestandteil ist z.B. der Chelator in einem Dünger. Wie sehr der Chelator stabil bleibt, hängt maßgeblich vom pH Wert im AQ ab (z.B. EDTA bis pH 6; DTPA bis pH 7,5).
Unmaskiertes Eisen und Phosphat können miteinander eine Verbindung eingehen, die sehr stabil ist und dadurch die beiden Stoffe für Pflanzen unnütz werden. Lediglich unter anoxischen (sauerstofffreie) Bedingungen (z.B. in tiefen Bodengrund) können die wieder rückgelöst werden.

Prestutnik12 schrieb:dass z.B. das Filtermaterial Siporax da besonders kritisch ist, da es zu einem Phosphatmangel führen kann
Vertipper? Siporax wird beworben als Nitratkiller. Wenn man sich das aber genauer anschaut, dann kommen mir da erhebliche Zweifel. Ja, in Barschbecken kann das sinnvoll sein, jedoch findet diese Reaktion erst unter Abwesenheit von Sauerstoff statt, weil ansonsten die Bakterien einfach freien Sauerstoff aus dem Wasser verbrauchen, anstatt ihn umständlich aus dem Nitrat zu lösen. Ein regulärer Filter, der sauerstofffreie Bedingungen in sich hat, wird aber auch kein Ammonium oder Nitrit abbauen, denn beides benötigt Sauerstoff. Es müssen schon erhebliche Anstrengungen unternommen werden, sauerstofffreie Filter zu installieren, Stichwort Wodkafilter oder Paraffinfilter.
Das Siporax soll diese Bedingungen im Inneren erzeugen, dazu müssen sich die Bakterien tief im Siporax aufhalten und das Nitrat muss dahin diffundieren, denn eine Strömung gibt es hier nicht mehr. Wenn allerdings Nitrat dorthin diffundiert, was hindert den Sauerstoff, auch dorthin zu diffundieren? Noch dazu, wo Sauerstoff das kleinere Molekül ist und leichter diffundieren kann? Deshalb zweifle ich den Nitratabbau in großem Maßstab, in einem kräftig mit sauerstoffreichem Wasser durchfluteten Filter, als sehr unwahrscheinlich an.

Ein Fakt ist, dass alle diese Dinge, Prozesse und Bakterienwachstum auf jeder Oberfläche im Aquarium stattfindet. Der Filter bietet halt nur eine sehr große Oberfläche, macht prinzipiell aber nichts anders, als die gläserne Rückwand im Becken.

Ein zweiter Fakt ist, dass die sich ansiedelnden Bakterien aus den autotrophen (-> Stickstoffkreislauf) und heterotrophen (-> Entsorgung von organischen Abfällen, wie Kohlehydrate, Fette und Proteine, aber auch Keimen) Bakterien bestehen. Der Platzbedarf ist etwa 1 : 20!

Ein dritter Fakt ist, dass Bakterien alle Oberflächen besiedeln, aber relativ gut hungern können. Erst wenn der Mangel an Nahrung zu intensiv wird, begeben sich die Bakterien auf die Suche nach besseren Ortsbedingungen.

Diese drei Fakten zusammen genommen, bedeuten für mich, dass erst mit genügend Oberfläche auch eine stabile, mit Reserven ausgestattete, Nitrifikation (NH4 -> NO2 -> NO3) statt finden kann. Die Reserven sollten reichen, um auch mal mit einem gestorbenen Fisch zurecht zu kommen.
Ein filterloses Becken hat per se weniger Oberfläche und kann damit deutlich weniger Reserven zur Verfügung halten.

Und weil alle obigen Abläufe an jeder Oberfläche im gesamten Aquarium stattfinden, hat mir noch niemand erklären können, warum einige Abläufe im Filter schlecht sind, dieselben Abläufe im Becken allerdings nicht.

In meinem Becken habe ich einen HMF. Früher war der mal 75x50 cm² groß, mittlerweile nur noch 25x50 cm². Einen unterschiedlichen Bedarf an Pflanzennährstoffen habe ich nicht mal festgestellt, als ich zeitweise gar keine Matte im Einsatz hatte.


- Aquario - 16.03.2026

Aktuelle Werte

Ph 7.5
Gh 15
Kh 10
No2 0
No3 10
Nh4/Nh3 0
Po4 2.0 trotz Phorax
Fe 0.25 habe wieder leicht angefangen zu düngen

Beleuchtungsdauer hab ich jetzt auf 8 Stunden über den Tag verteilt eingestellt


- Aquario - 17.03.2026

Die einen Pflanzen bilden Wurzeln aus, die anderen gehen kaputt gerade das Grass hat keine Chance und auch die auf dem ersten Bild scheinen alle kaputt zu gehen...

Bevor ich neue Pflanzen kaufe, sollte ich erst das Algen Problem in den Griff bekommen?
Der Innenfilter läuft jetzt ja schon ne ganze Zeit, sollte ich den mal reinigen? Wobei dann gehen die ganzen Bakterien flöten!?


Edit

Mal noch paar Bilder der Algen


- Wolfxx - 17.03.2026

Hallo Mirko,

um das Algenproblem in den Griff zubekommen, würde ich u.a. schnellwachsende Pflanzen einsetzen.

Den Filter solltest Du erst dann reinigen, wenn der Wasserdurchfluss deutlich weniger wird, ansonsten den Filter laufen lassen.


- Aquario - 17.03.2026

Hallo Wolfgang,

das mit dem Filter dachte ich mir schon, der läuft noch gut und macht keine Anzeichen von einem verringerten Durchfluss.
Das Phorax an sich scheint nicht zu wirken, oder aber ich habe soviel po4 im Becken, das es nicht schafft dagegen anzukommen.
Ich benutze ja den Tropfentest von Sera um die Werte zu überprüfen.
Wie gesagt füttern alle 3 Wochen, eine Tablette und ein paar Krümel Futter für die Roten von Rio.
Das mit den Pflanzen OK, schade nur das viele wohl langsam wachsende Pflanzen, die Algenpest nicht überleben werden....die muss ich mir dann wohl erneut kaufen wenn das Becken soweit algenfrei eingefahren ist, wobei gibt es ein komplett algenfreies Becken?