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Blüten der Antimesswertehysterie - Druckversion

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- Parat - 30.07.2011

Wabenschilderwels schrieb:Fazit:
Wassertest für Anfänger sind ok, um einen Überblick seiner Werte zu bekommen.

sagen wir mal so, das anfängliche Messen von Wasserwerten hat den Nutzen, dass der Anfänger erkennt dass es einigermaßen nutzlos ist. Er glaubt dann nicht dass es nichts bringt, er weiß es.

Zitat:Jedoch bieten sie dem alteingessenen Aquarianer auch die Möglichkeit, seine WW nach dem Ausschlußverfahren - im Falle eines Falles - kontrollieren zu können.

und auch das funktioniert eher nicht. Einfaches Beispiel.

Wenn Dir Fische kippen und Du per Messung siehst, dass 40°C im Aquarium sind, dann ist das ein klarer Fall. Das macht kein üblicher Aquarienfisch in keinem Aquarium mit. Wenn die aber bei 28°C kippen, dann ist gar nichts mehr deutlich. Mit anderen Werten ist es genauso. Die helfen erst dann weiter, wenn sie extremst aus dem Ruder gelaufen sind. Das sind sie aber i.d.R. nicht.


Zitat: Also so Unsinnig, wie behauptet wird, sind sie nicht. Dabei bleibe ich! Ich sage ja, es gibt verschiedene Wege, die in der Aquaristik beschritten werden und der hört nun mal nicht bei den Wasserwerten auf.

Wir sind uns einig dass wir uneinig sind.

Ich betreibe Aquaristik nun seit >30 Jahren und war zeitweise intensiv an der Wasserchemie dran. Mir sind nur sehr wenige Fälle bekannt, in denen die Messwerte tatsächlich aussagekräftig waren und dann waren sie auch extrem schräg.

Temperatur, pH und Leitfähigkeit und ihr macht damit jeden Fisch, auch die ganz sensiblen.


- Zuheissgebadet - 30.07.2011

Wabenschilderwels schrieb:Hi Parat,
mit ......weil sie "die Erfahrung haben",.... meinte ich etwas ironisch! Jedoch gebe ich dir für nachfolgendes Recht.
Was die Scheinsicherheit bezüglich der Wassermessungen betrifft, da gehen die Meinungen doch etwas auseinander. Nicht zwangsläufig muß es gegeben sein, das ein Anfänger wenn er seine Wassserwerte mißt und Unzulänglichkeiten feststellt, in die verkehrte Richtung läuft und einzig und allein die Schuld bei den selben sucht. Vorrausgesetzt er/sie setzt sich mit dem Thema Aquaristik richtig und wirklich auseinander!

Die grundlegenden Wasserwerte erfährt man immer noch beim Wasserversorger.
Was sich dann im AQ wirklich ändern kann sind pH, NO2, NO3, NH3/NH4, PO4 und Fe.
Grundsätzliche Wasserwechsel von 50% in der Woche vorraus gesetzt.

Zitat:Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung das sie hilfreich sind (um erstmal einen Überblick der WW beim Einstieg in die Aquaristik zu bekommen) und um durch das Ausschlußverfahren bei Problemen im Becken, eine eventuelle Wasserbelastung auszuschließen.

Muss man denn wirklich ein Messbesteck haben um herauszufinden, dass man zuviel füttert und so seine Werte für NO2, NO3, NH3/NH4, pH und PO4 ändert?
Oder reicht der Hinweis an den Einsteiger: Setz wenige Fische ein und füttere wenig?

Zitat:
Schreibst ja selbst:Und:
Eigentlich schon, aber durch eine langjährige Beobachtung des eigenen Becken´s und die dabei gesammelten Erfahrungswerte entfällt eben halt die Nutzung der Wassertest´s. Weil "man kennt ja sein Becken und seine Tiere" und wiegt sich auch dadurch in eine Art der Scheinsicherheit. Was an und für sich ja auch nicht wirklich besser ist,da es immer Faktoren gibt (wenn auch selten) die auch der beste und älteste Aquarianer nicht einkalkulieren kann. Was das Thermometer betrifft gebe ich dir bedingt Recht. Es ist auch nur ein Punkt, der in die Liste des Ausschlußverfahrens (bei Problemen) mit einfließt.
Ja da schreibst du etwas, trifft aber auf die wenigsten Aquarianer zu. Die meisten möchten Artenvielfalt im Becken, was ja auch wieder zu eventuellen Fehlerquellen (durch den Besatz) führen kann. Es ist und bleibt ein sehr komplexes Thema was sich nicht verallgemeinern läßt, zuviele Faktoren fließen mit ein.
Fazit:
Wassertest für Anfänger sind ok, um einen Überblick seiner Werte zu bekommen. Jedoch bieten sie dem alteingessenen Aquarianer auch die Möglichkeit, seine WW nach dem Ausschlußverfahren - im Falle eines Falles - kontrollieren zu können. Andrerseits hat der Anfänger und der Fortgeschrittene die möglichkeit, gewisse Parameter mittels der Wassertest´s einstellen zu können (gerade bei Pflanzbecken macht es Sinn). Also so Unsinnig, wie behauptet wird, sind sie nicht. Dabei bleibe ich! Ich sage ja, es gibt verschiedene Wege, die in der Aquaristik beschritten werden und der hört nun mal nicht bei den Wasserwerten auf.

Tatsächlich können die meisten Einsteiger überhaupt nicht mit Messwerten umgehen. Sie haben Probleme und messen irgendwas.
Die Antworten auf diese Nachfragen lauten in 90% der Fälle: "Mach Wasserwechsel!"

Nun, das könnte man auch abkürzen. Eben wenn man nicht immer in diese sinnlosen Wasserwerte Nachfragen verfallen würde.
Und es hat noch keinem erkrankten Fisch geholfen die Wasserwerte zu kennen.

Wasserwechsel in aller Regel helfen da.

Es hat noch kein Wassertest gegen Fischsterben geholfen.
Geholfen haben Maßnahmen.
Und dummerweise lassen sich die wenigsten Fischsterben mit den einfachsten Tests erklären.


- Lafee - 30.07.2011

Hallo Jutta,

danke für die Antwort...war ich auf den Holzweg... cool


Ferrika schrieb:"Hilfe... meine Fische hängen alle an der Oberfläche!" Solchen Leuten würde auch kein Testset helfen, weil die aus das Naheliegendste gar nicht kommen: Wasser wechseln!

JUPP...das wundert mich auch immer... schiel


- eumel6 - 30.07.2011

Zitat:Wasserwechsel in aller Regel helfen da.
Ja aber Wasserwechsel verändern auch wieder die Wasserwerte.
Ganz so einfach ist es doch nicht.


- Zuheissgebadet - 30.07.2011

OK.

Irgendjemand hat nun also Probleme in seinem AQ.
Die Probleme führt er auf die gemessenen Wasserwerte zurück.
Er hat z.B. Nitrit von 0,9mg/l und Ammoniak von 0,6mg/l bei einem pH von 8,5.

Ein Wasserwechsel mit Leitungswasser verändert diese Situation.
Weil er eben direkt in die problematischen Werte eingreift.
Ist das etwa verkehrt?


- Lafee - 30.07.2011

Hallo,

wäre denn ein Leben bei einen errechneten Ammoniakwert von
0,6 mg/l denn noch möglich...zumal bei einen messbaren Nitritwert
von 0,9 mg/l eigentlich Ammoniak schon durch wäre...sind solche Werte zusammen jetzt überhaupt möglich...ich denke ...NNÖÖÖÖ...aber war ja nur ein Beispiel... schiel

Zuheissgebadet schrieb:Ein Wasserwechsel mit Leitungswasser verändert diese Situation.
Weil er eben direkt in die problematischen Werte eingreift.
Ist das etwa verkehrt?

Verkehrt ist das auf keinen Fall ...der TWW sollte halt groß genug sein...um die Giftstoffe auch weitgenug zu verdünnen...
ein TWW von zum Beispiel 10 %...wäre da nicht hilfreich...

Ja..und das wäre dann erstmal das Wichtigste..das verdünnen von Giftstoffen


- Parat - 30.07.2011

eumel6 schrieb:Ja aber Wasserwechsel verändern auch wieder die Wasserwerte.
Ganz so einfach ist es doch nicht.

pah ... natürlich ist es so einfach. Es sei denn, man bekommt nicht einmal einen Wasserwechsel gebacken. Nur wenn man den nicht auf die Ketten bekommt, dann ist man mit Durchführung von Messungen und der Interpretation der Ergebnisse schon lange überfordert.


- eumel6 - 30.07.2011

Zitat:Und es hat noch keinem erkrankten Fisch geholfen die Wasserwerte zu kennen.

Wasserwechsel in aller Regel helfen da.
E. coli unser heißgeliebtes Fäkalbakterchen steht nach 20 Minuten wieder auf der Matte
.
Zitat:pah ... natürlich ist es so einfach. Es sei denn, man bekommt nicht einmal einen Wasserwechsel gebacken. Nur wenn man den nicht auf die Ketten bekommt, dann ist man mit Durchführung von Messungen und der Interpretation der Ergebnisse schon lange überfordert.
Ja, ja vielleicht ist die Option, dass man den Fisch generell aus einer Brühe nimmt, nicht bekannt.


- Wabenschilderwels - 30.07.2011

Ok Parat,
Temperatur, Ph und Leitwert. Temperatur hat ja eigentlich nix mit den Wasserwerten zu tun, aber ich gebe dir dahingehend Recht.
PH-Wert ist ein Wert X, der für die einzelnen zu haltenden Fischarten wichtig, wenn nicht sogar überlebenswichtig ist. Stimme dir also auch diesbezüglich zu.
Leitwert - ein schönes Wort, vor allen Dingen sehr neumodisch. Nicht jeder Anfänger hat ein Leitwertmessgerät zur Hand, um mit dessen Hilfe die gelösten Salze im Aquariumwasser messen zu können und somit den Wechselinterwall zum Wasserwechsel festzulegen. Somit wären wir wieder beim Wassertest. Über selbigen kann ich auch bestimmen, wann ich den Wasserwechsel durchführen muß/sollte. Zumindest solange, bis ich mir ein Leitwertmessgerät zugelegt habe, oder -und das ist für mich wahrscheinlicher- bis ich die Erfahrung getätigt habe das es alle zwei, vier oder gar erst in der sechsten Woche von Nöten ist. Do it bei Learning.

Bei einem Pflanzbecken mit moderatem Fischbesatz nutzten mir die "Wassertest" auch einiges, so zum Beispiel bei der Einstellung meines Düngeverhaltens. Meine damit die Optimierung der Düngezugabe. Ich kann dadurch natürlich auch die Aufnahme der Nährstoffe durch die Pflanzen verfolgen. Ein zuviel oder zu wenig wird somit vermieden. Somit sind für mich die einzelnen Wassertest´s nicht unsinnig.
Wir sind uns somit also einig, das wir uns uneinig sind. zwink
@ Zuheissgebadet:
Was die einzelnen Parameter der grundsätzlichen Wasserwerte betrifft, stimme ich dir nur bedingt zu. Die Wasserwerte die du vom Wasserversorger erhälst, sind meist nicht von aktueller Natur (meistens der Schnitt des letzten Jahres). Sie bestehen zumal auch aus einem Mix, aus Minimum, Maximum und einem Mittelwert. Wie möchtest du dich da bitte festlegen, welche Werte denn nun die richtigen für dich sind? Die Werte die bei mir aus der Wasserleitung kommen, weichen zum Teil doch recht stark von dehnen des Wasserversorgers ab. Woran dieses wohl liegen mag?
Somit ermittel ich die grundsätzlichen Wasserwerte mittels eines Wassertest´s bei mir zu Hause. Ist mir einfach sicherer.
Das sich die WW im Becken selbst noch einmal verändern ist ja mal klar, schon alleine durch die eingebrachte Deko (Wurzeln, Pflanzen und Bodengrund). Tja, wie nun soll ein Anfänger denn nun feststellen das sein Becken soweit ist, das er den Fischbesatz vollführen kann? Endweder er läßt sein Becken lange genug laufen oder er schätz es einfach oder wie?
Was die Fischkrankheiten betrifft, das ist ja nun mal ein ganz anderes Thema und geht auch in eine ganz andere Richtung.
Was das umgehen mit Messwerten bei den Anfängern betrifft, maße ich mir nicht an ihnen zu unterstellen, das sie zu dumm oder nicht in der Lage sind richtig zu messen.
Desweiteren denke ich, das zum Thema Fischkrankheiten und Gegenmaßnahmen die aktuellen Wasserwerte doch hilfreich sein können. Wie sonst könnte ich einem Anfänger sagen (der vielleicht anderweitig verkehrt beraten wurde) das sein Ph wert zu hoch sei. Oder aber das die GH/KH gar nicht passend für diese Fischart sei, vielleicht sogar die Temperatur (wie Parat schrieb) zu hoch oder zu niedrig ist. Die eventuell daraus resultierende Fischkrankheit, bekämpfe ich in diesem Fall auch nicht durch einen 50% Wasserwechsel. Ich Resete zwar das Becken in Form dessen, das ich die Keimbelastung senke, aber habe die Ursache der falschen Wasserparameter dabei völlig außer acht gelassen!
Man sollte also immer die Gesamtheit des ganzen betrachten, um so zu einem schlüssigen Ergebnis zu kommen. Das einzige wo ich dir Bedenkenlos zustimmen kannist die Aussage:
Zitat:
"Es hat noch kein Wassertest gegen Fischsterben geholfen."

Deshalb schrieb ich ja auch, ich Zitiere mich mal selbst:
Ich sage ja, es gibt verschiedene Wege, die in der Aquaristik beschritten werden und der hört nun mal nicht bei den Wasserwerten auf.


- Balu - 30.07.2011

Nabend,

wenn wir jetzt auch noch in die Bakteriendichte eingehen, die kein normaler Mensch mit üblichen Testverfahren messen kann, kommen wir ganz schnell vom eigentlichen Thema ab. Da müsste man dann schon bei der persönlichen Hygiene ansetzen.

Also bitte beim Thema bleiben und schön fachsimpeln.