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Warum ist "Chemie" schlecht - Druckversion

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- Gibbyceps - 27.10.2010

andmat Du schreibst
Zitat:...Ich selbst verkaufe Chemie an die Industrie und da geht es nicht ohne...
Selbst habe ich 36 Jahre mit Gift gearbeitet, kann sagen, dass von diesen Inkredenzien alle im einzeln absolut giftig
waren, herausgekommen ist ein Spritzmittel für zweikeimblättrige Unkräuter. Ohne dieses oder solcher Mittel würden
wir Weltweit mehr Hungernöte haben bzw. die Produkte in denen Getreide verarbeitet wird wären wohl nicht mehr bezahlbar.

Denke aber hier geht es um die Aquariumchemie aus der Du Deine Gedanken so interpretierst!

Das die Chemie nicht mehr wegzudenken ist, ja das stimmt zu 100%! Nur in der Aquaristik, behaupte ich, kann man
sich im gro ohne bewegen wenn man rechtzeitig und gezielt eingreift, vorallem viel Geduld an den Tag legt!


- cysco - 27.10.2010

Also ich habe nichts gegen Chemie. Ein Fisch im AQ ist ja auch nicht "natürlich" würde ich sagen. lach


- andmat2 - 27.10.2010

Die Erlenzapfen, Seemantelbaumblätter, Torf....
sind Chemikalien nur anders Verpackt, darum geht es mir.


- Schniefxx - 27.10.2010

Hallo,

Das Thema Chemie ist in der Tat ein sehr weites Feld.
Jeder, der schonmal eine Krankheit in seinem Becken hatte,
wird froh sein, dass es potente Medikamente gibt.

Immer gleich "zur Flasche" zu greifen muss aber auch keine Lösung
für alle Eventualitäten sein.
Viele Neuaquarianer wollen sich und den Tieren etwas gutes tun,
indem sie teure Wasseraufbereiter kaufen und Vitamine auf ihre
Futterflocken träufeln.
Ich denke, hier liegt der Hund begraben.
Es ist nicht DIE Chemie, sondern die Werbung, die Allheilmittel verspricht,
was vielen aufstößt.
Warum Starterbakterien, wenn es ein wenig Geduld doch auch tut?

Ich komme aus einem medizinischen Bereich und mir sträuben sich die
Nackenhaare, wenn Eltern von Krebskindern meinen, mit "Tee" wird alles wieder gut.
Das gibt es aber leider.
Ungekehrt schrecken wir nich vor der Gabe von Weihrauch zurück,
das nachweislich Zellen am Wachsen hindert, bei genau diesen Kindern
ist es Gold wert.

Man sollte nicht alles rundheraus verteufeln, sondern sich immer das beste herauspicken.


- Gibbyceps - 27.10.2010

Also andmat, n Dippelschisser bin ich nicht, dass ich hier darüber diskutiere was denn im Sinne alles Chemie ist.

Was nun der Erlenzapfen oder das Eichenblatt auch Zeolith ect. zu tun vermag ist vielen hinlänglich bekannt,
aber es ist Natur und NICHT künstlich. Darum geht es dem Aquarianer, jedenfalls vielen.

Davon abgesehen, viele Bauern schwenken nun wieder in Richtung natürlicher Anbau und Tierhaltung, ist alles
viiiel mühseliger und aufwendiger, aber es geht! Das sieht die Chemische Industrie in diesen Kreisen gar nicht
gerne...Nur die auf riesen Ertrag bzw. Gewinne aus sind nutzen das ganze Zeug weiter!

Aber jetzt hab ich mich doch hinreissen lassen...


- common - 27.10.2010

Gibbyceps schrieb:viele Bauern schwenken........Nur die auf riesen Ertrag bzw. Gewinne aus sind nutzen das ganze Zeug weiter!
lustig Bauern, die nicht darauf aus sind? Wo gibts denn das?

Abgesehn davon, hab 35 Jahre in der Chemie gearbeitet, weiss um die Gefahren, aber auch um den Segen...
Hab mit dazu beigetragen, dass mein Arbeitgeber in dieser Zeit ne Million Tonnen Erdöl verarbeitet hat u.a. zu Sprit , Diesel etc., gibts hier jemand, der darauf verzichten möchte?

Wenn das natürlich zu Plastikpflanzen, -wurzeln etc. verarbeitet im Aquarium auftaucht, rollen sich auch meine Nägel hoch.
Aber wie oft liest man grad in den Foren z. B. zu Düngeempfehlungen , CO2- Begasung des Wassers etc., von den unterschiedlichen Mittelchen zur Wasseraufbereitung ganz zu schweigen...
Ich brauch das alles nicht und habs auch früher nicht gebraucht, wenn man mal von selbstgebrannten Tonkugeln für die Echinodorus und Cryptocorynen absieht!

Bin ein Verfechter alternativer Möglichkeiten für alle Probleme, soweit es möglich ist...
Da ist mir die ständige Anwesenheit von Walnusslaub im Becken schon lieber, als rauszusuchen, welches Mittelchen ich nun für welche Krankheit reinschütten sollte...
Wobei ich, wenn mal der Fall eintreten sollte, bei nem akuten Fall aber sofort zur "Chemie" greifen würde.


- Tito - 27.10.2010

Hi,

man sollte vielleicht erst mal den Begriff "Chemie" klären.
Ich höre zusammen mit diesem Begriff immer wieder den Term "künstlich". Und das ist totaler Quatsch!
Wenn Du CO2 ins Becken einleitest, dann kann die Erzeugung noch so "Bio" sein, im Becken spielt sich die reine Chemie beim Einleiten ab. Beim Erzeugen nutzt man biochemische Vorgänge. Aufkalken des Wassers? Chemie! Und auch das Herauslösen von Bestandteilen aus Erlenzäpchen ist ein chemischer Vorgang.
Alles was man umwandelt, wie z.B. durch backen, braten oder kochen - Chemie.

Komischerweise verstehen die Leute unter "Chemie" immer nur den winzigen Teilbereich der technische Chemie.
Ob der nun ins Becken gehört (z.B. Pflanzendüngung) lassen wir mal dahingestellt, aber eines ist sicher, die Chemie hat viele Dinge (auch im Aquarium) enorm vereinfacht. Schaut mal auf Eure Filter. Filtermedien chemischer Herstellung. Die Pumpen: Teflonlagerungen die absolut innert gegenüber dem Lösungmittel Wasser sind. Die Röhren für die Beleuchtung, der Inhalt der Heizstäbe, bei etlichen auch die Ummantelung des Bodenbelages, der Inhalt des Thermometers...

Letztlich ist die technische Chemie überall.

Gruß
Thomas


- Prestutnik12 - 30.10.2010

Salute, ihr Philosophen

Sorry, dass alles material „Stoffliche“ mit Naturgesetzen beschrieben werden kann, seien es chemische oder physikalische Normen – von mir aus sogar noch ergänzet durch logisch-mathematische Regeln – ist jetzt nicht sonderlich spektakulär, sondern – höflich gesagt – schlichtweg trivial. Wollt ihr jetzt ernsthaft über die universelle Gültigkeit von Naturgesetzen diskutieren?
Da beteilige ich mich doch gleich mal selbst aktiv an der Chemie und lasse kräftig einen fahren! couch
Klaus hat es doch auf den Punkt gebracht: es geht um den unbedachten Einsatz von Chemie in der Aquaristik: also, um das, was man zuerst schüttelt und dann gedankenlos oben ins Becken reinschüttet.Dagegen gibt es die Resentiments.

Und da scheinen bei der Ablehnung vieler erfahrener Aquarianer zwei Dinge zusammen zu kommen und sich zu ergänzen.

Das erste ist die wahnsinnige Suggestion der Herstellerindustrie, dass man ohne solche chemischen Mittelchen eigentlich ja gar keine Aquaristik mehr betreiben kann. Wer nicht mindestens zweierlei Wasseraufbereiter schüttet, drei verschiedene Tröpfchendünger in der Mache hat, wer seinen Garnelen keine „Vitalstoffe“ zuführt, der ist doch schon gar kein seriöser Aquarianer mehr. Du kaufst ein neues Becken – und das ganze Zeug ist zum Anfixen gleich mit dabei. Jeden Tag dreimal drei Tröpfchen, anders wird das nie was! So wird es Dir in der Gebrauchsanweisung suggeriert. Da wird einfach was in Köpfe gepflanzt: nur so kann Aquaristik angeblich gelingen. Und das empfinden viele – unter anderen ich selbst – als Nonsense!

Das ist ja nur der „Normalbetrieb“. Schlimm wird es dann, wenn mal Probleme auftauchen.

Das zweite ist, dass – so sehe ich es öfter hier im Stammtisch – dass der Einsatz von Chemie als „Ersatz“ genommen wird. Als Ersatz fürs Nachdenken oder als Ersatz für die richtige, mühsame Analyse des Problems. Ein Fadenalgenproblem? Eine Schneckenexplosion? Anyway... Anstatt das Becken zu betrachten: die Zahl der Tiere und Pflanzen, ihre Fütterung, etc. Anstatt Fehler aufzuspüren, zu analysieren und künftig zu vermeiden, wird lieber zum chemischen Fläschchen gegriffen. Das scheint dann einfacher, schneller und leichter. Nur so beseitigt man die Symptome, aber halt nicht die Ursachen des Problems.

Diese beiden Dinge zusammen genommen scheinen mir der eigentliche Ausgangspunkt der Abneigung vieler erfahrener Aquarianer gegen „Chemie“ zu sein.

Viele Grüße
Stefan

P.S. Was mich persönlich oft noch stört an der „Chemie“ ist, dass man aufgrund vollmundiger Marketingversprechen etwas kaufen soll, von dem außer dem Hersteller niemand weiß, was in der Brühe eigentlich drin ist! Dass die Bestandteile der Mixturen zumeist nicht auf der Packung angegeben sind. Schaut Euch die Flaschen mal genauer an. Da würde ich mir doch eine etwas naturwissenschaftlichere Einstellung wünschen.
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P.P.S. Sorry, ist ein bisschen zu lang geworden.
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- cfish - 30.10.2010

Das Problem bei chemischen Stoffen die gezielt eingesetzt werden sind:

1. die Nebenwirkungen.

In einer Biozönose wie im Aquarium steht so ziemlich alles in Wechselwirkung miteinander.
Und was für Organismus 1 gut ist muss nicht auch für Organismus 2 gut sein.

2. Unsicherheiten.
Der gezielte chemische Eingriff kann weniger kontrolliert und abgefedert werden vom Aquarium wie z.B. im Vergleich dazu die sanfte aber nachhaltige Wirkung von Erlenzapfen oder Mandelbaumblätter, die auf ätherischen Ölen, Humin- und Gerbsäuren basieren (vgl: WW, Filter, Filterbakterien bleiben am Leben, etc)...

Es kann durchaus mal passieren, dass der ein oder andere Wirkstoff eines Medikamentes nicht sofort "wirkt" oder nicht gleich direkt zum Ziel führt (falsche Diagose z.B. bakterielle Infektionen, falsche Dosierung, Therapie, neue Diagnose, dann erneut Theraphie oder Filter abstellen auswechseln, Kohlefiltern, doppelte Belastung für die Organismen usw)

Insofern ist eine biologische Prophylaxe in jedem Fall sinnvoll, da die Fische von vornherein vielleicht gar nicht so geschwächt und (Ansäuerung-> Fischhaut, Parasiten) daher auch weniger anfällig Krankheiten gegenüber sind (Ichtyo hat ja z.B. fast jeder Fisch "in sich"
, bricht aber hauptsächlich bei schlechten Bedingungen aus).
Man kann Bakterien, Viren oder Parasiten macnchmal nicht 100% aus dem Wasser bekommen, auch sie können sich anpassen, verändern oder einen komplizierten Weg finden (Eier, Zwischenwirt, usw).

Dann ist es auch noch so, dass die wirklich schlimmen Geschichten sowieso ansteckend (Wasser), unheilbar sind oder in den meisten Fällen das ganze Becken gleich ausgekocht werden muss -

und ähnlich problematisch wird es nach einer chemischen Behandlung speziell z.B. für Schnecken oder Garnelen, denn Zusatzstoffe wie Kupfer oder diverse Zutaten bekommt man dann nicht mehr so einfach aus dem Becken/Wasser...


Wie man sieht ist das EINZIG Sinnvolle was man im Vorfeld tun kann, wirklich für eine gute Wasserqualität zu sorgen so gut wie es geht - und Mandelbaumblätte und Erlenzapfen tragen nunmal etwas dazu bei; kommt ne Krankheit kann man sowieso nur zugucken, dosieren, Fehler beheben und hoffen dass alles wieder so wird wie vorher....

Gruß,
Peter.


- Dennis Furmanek - 19.01.2011

Hallo,

http://www.mittelamerika-im-aquarium.de/aquarienchemie/ohne-chemie.shtml

Pauschale Ablehnung von Chemie ist in aller Regel Resultat von mangelnden Kenntnissen.